Warum mentale Stärke kein Talent ist – sondern trainierbar. Und wie du sie bei dir, deinem Kind oder deinen Klient:innen aufbaust.
Teil 1: Du kennst diese Momente
Das Kind sitzt vor dem Leseheft – klug, aufgeweckt – und kippt trotzdem in Tränen, sobald es vorlesen soll. Die Jugendliche „blackt” in der Prüfung aus, obwohl sie den Stoff kann. Der Klient fällt immer wieder in dieselben Muster zurück, egal wie gut das Gespräch war. Und du selbst? Funktionierst, bist erreichbar, leistest – und spürst abends, dass die Anspannung nicht mehr weichen will.
Diese Momente haben eines gemeinsam: Es ist nicht mangelnde Fähigkeit. Es ist ein überfordertes Nervensystem. Ein Gehirn im Alarmzustand kann nicht klar denken, nicht lernen, nicht souverän handeln – egal, wie klug der Mensch ist. Und genau hier scheitern viele gut gemeinte Methoden: Sie setzen beim Denken an, während der Körper längst im Stress ist.
Auf den Punkt: Was ist Neuro-Mentaltraining?
Neuro-Mentaltraining ist gezieltes Training mentaler Fähigkeiten – Fokus, Emotionsregulation, Selbstwirksamkeit und Resilienz –, das konsequent auf dem Verständnis von Gehirn und Nervensystem aufbaut. Es verbindet kognitive Techniken mit Körper- und Beziehungsarbeit. Grundlage ist die Neuroplastizität: Was regelmäßig geübt wird, verfestigt sich. Es ist ein Trainings- und Entwicklungsverfahren – kein Heilsversprechen und kein Ersatz für Psychotherapie.
Wenn du also Menschen begleitest – als Elternteil, Lehrkraft, Coach oder Therapeut:in – oder selbst stabiler und fokussierter werden möchtest, dann ist dieser Artikel für dich. Er zeigt dir, warum mentale Stärke trainierbar ist, wie du sie aufbaust, und wo die Grenzen liegen. Ehrlich, fundiert und ohne Wundermittel.
Neuro-Mentaltraining ist mehr als klassisches Mentaltraining
Klassisches Mentaltraining setzt oft einseitig an: „Denk positiv”, visualisiere dein Ziel, wiederhole Affirmationen. Das kann helfen – greift aber zu kurz, wenn der Körper im Alarm ist. Denn positives Denken erreicht einen Menschen nicht, dessen Nervensystem gerade auf Flucht oder Kampf geschaltet hat.
Neuro-Mentaltraining geht tiefer. Es ruht auf vier Säulen:
- Das Gehirn verstehen – wissen, was bei Stress, Konzentration und Motivation neurobiologisch passiert.
- Das Nervensystem regulieren – über Atmung, Körper und Bewegung zuerst Sicherheit herstellen.
- Beziehung nutzen – weil Selbstregulation zuerst in sicherer Beziehung gelernt wird (Ko-Regulation).
- Mentale Fähigkeiten trainieren – Fokus, Reframing, Zielarbeit und Selbstwirksamkeit gezielt aufbauen.
Merksatz: Erst regulieren, dann denken. Ein beruhigtes Nervensystem ist die Voraussetzung dafür, dass jede mentale Technik überhaupt greifen kann.
Das ist der BrainHeart-Ansatz: Kopf und Herz, Wissenschaft und Menschlichkeit. Nicht entweder Technik oder Beziehung – sondern beides, aufeinander abgestimmt.
Teil 2: Für wen ist Neuro-Mentaltraining geeignet?
Neuro-Mentaltraining ist kein Nischenthema für Hochleistungssport. Es ist relevant für alle, die Menschen begleiten – oder selbst innerlich stabiler werden wollen.
- Eltern, die ihr Kind bei Prüfungsangst, Wutanfällen oder Selbstzweifeln wirklich verstehen und stärken wollen – statt nur „mehr zu üben”.
- Pädagog:innen und Lehrkräfte, die spüren, dass Druck und Reizüberflutung ihre Schüler:innen blockieren, und nach Werkzeugen suchen, die an der Wurzel ansetzen.
- Therapeut:innen und Psycholog:innen, die ihre Arbeit um einen neurobiologisch fundierten, körperorientierten Ansatz erweitern möchten.
- Coaches, Berater:innen und Trainer:innen, die mehr Tiefe und Wirkung wollen – jenseits oberflächlicher Mindset-Tipps.
- Lernbegleiter:innen und Nachhilfe-Profis, die wissen: Ohne ein reguliertes Nervensystem hilft kein noch so guter Stoffplan.
- Menschen unter Druck – mit Stress, Prüfungsangst, Selbstzweifeln, Konzentrationsproblemen oder erster Erschöpfungstendenz –, die lernen wollen, sich selbst zu regulieren.
Auf den Punkt
Wenn du jemanden begleitest, der unter Druck blockiert – oder selbst spürst, dass „mehr Disziplin” nicht die Lösung ist –, dann ist Neuro-Mentaltraining für dich gemacht.
Ausbildung: Neugierig geworden? Genau dieses Wissen vermittelt die Ausbildung zum Dipl. Neuro-Mentaltrainer & Empathietrainer – fundiert, praxisnah, berufsbegleitend.
Teil 3: Warum mentale Stärke trainierbar ist
Das Gehirn ist formbar – ein Leben lang
Der Schlüsselbegriff heißt Neuroplastizität: die Fähigkeit des Gehirns, seine Verbindungen durch Erfahrung zu verändern. Wiederholt genutzte Schaltkreise werden stärker, selten genutzte schwächer. Das ist die gute Nachricht hinter jedem Neuro-Mentaltraining: Fokus, Emotionsregulation und Resilienz sind keine festen Eigenschaften, sondern trainierbare Fähigkeiten – in jedem Alter.
Merksatz: Mentale Stärke wächst wie ein Muskel: durch dosierte, regelmäßige Wiederholung – nicht durch einmalige Kraftakte.
Drei Systeme entscheiden, ob wir klar bleiben
Drei Akteure spielen zusammen. Der präfrontale Kortex steuert Aufmerksamkeit, Planung und die bewusste Steuerung von Emotionen – der „Pilot” mentaler Stärke. Das limbische System mit der Amygdala ist das emotionale Alarmsystem. Das autonome Nervensystem regelt unwillkürlich Anspannung und Beruhigung.
Bei akutem Stress übernimmt die Amygdala, der präfrontale Kortex wird gedämpft – der sogenannte „Amygdala-Hijack”. In diesem Zustand brechen genau die Fähigkeiten weg, die wir brauchen: Konzentration, Überblick, Selbstkontrolle. Deshalb verstärkt „mehr Üben” oder „reiß dich zusammen” die Blockade, statt sie zu lösen.
Auf den Punkt: Warum blockiert Stress den Kopf?
Bei Stress dominiert die Amygdala, und der präfrontale Kortex – zuständig für Fokus und Selbstkontrolle – wird gehemmt. Komplexe mentale Leistung bricht ein. Deshalb beginnt wirksames Training körperlich (Atmung, Bewegung), um das Nervensystem zu beruhigen, bevor kognitive Techniken greifen können.
Top-down und Bottom-up – die richtige Reihenfolge
Es gibt zwei Wege, sich zu regulieren. Top-down heißt: über das Denken steuern (umdeuten, fokussieren, beruhigen). Bottom-up heißt: über den Körper steuern (Atmung, Bewegung, Erdung). Modelle wie die Polyvagal-Theorie von Stephen Porges – ein einflussreiches, wissenschaftlich allerdings auch diskutiertes Erklärungsmodell – beschreiben anschaulich, dass ein Gefühl von Sicherheit die Voraussetzung für Offenheit und Lernen ist. Unabhängig von der theoretischen Verortung gilt klinisch wie im Alltag: Ein beruhigter Körper macht den klaren Kopf erst möglich.
Die praktische Regel: erst bottom-up regulieren, dann top-down arbeiten.
Die sechs Bausteine mentaler Stärke
Mentale Stärke ist kein Einzelmerkmal, sondern setzt sich aus mehreren trainierbaren Bausteinen zusammen: fokussierte Aufmerksamkeit, Emotionsregulation, Selbstwirksamkeit, Resilienz, ein entwicklungsorientiertes Mindset und Embodiment (Körperwahrnehmung als Ressource). Zwei davon sind besonders gut erforscht: die Selbstwirksamkeit (nach Albert Bandura) und das Mindset (nach Carol Dweck – der Glaube, dass Fähigkeiten durch Anstrengung wachsen). Beide wirken am stärksten in Kombination mit echten Erfolgserlebnissen.
Auf den Punkt: Aus welchen Bausteinen besteht mentale Stärke?
Aus sechs trainierbaren Bausteinen: fokussierte Aufmerksamkeit, Emotionsregulation, Selbstwirksamkeit (Bandura), Resilienz, ein entwicklungsorientiertes Mindset (Dweck) und Embodiment. Sie lassen sich gezielt üben und wirken zusammen – mentale Stärke ist damit kein fester Charakterzug, sondern ein Trainingsergebnis.
Drei Mythen, die du getrost loslassen darfst
- „Positives Denken reicht.” Tut es nicht – Schönfärben verdeckt echte Probleme.
- „Es wirkt sofort.” Einzelne Übungen beruhigen kurzfristig, stabile Veränderung braucht Wochen.
- „Wer stark ist, fühlt keinen Stress.” Im Gegenteil – mentale Stärke heißt, mit Stress umgehen zu können, nicht ihn nicht zu spüren.
Teil 4: Die Methoden – konkret und alltagstauglich
Jetzt wird es praktisch. Die folgenden sieben Methoden bilden das Werkzeug des Neuro-Mentaltrainings. Sie folgen alle derselben Logik: erst den Körper regulieren, dann den Kopf einsetzen.
Methoden-Überblick: Was wirkt worauf?
| Methode | Wirkt vor allem auf | Richtung |
|---|---|---|
| Atem- & Nervensystemregulation | Stress, Erregung, Körperzustand | Bottom-up |
| Achtsamkeit / Aufmerksamkeit | Fokus, Emotionsregulation | beide |
| Visualisierung | Selbstvertrauen, Handlungssicherheit | Top-down |
| Selbstgespräch & Reframing | Gedanken, Selbstbild | Top-down |
| Zielklärung & Selbstwirksamkeit | Motivation, Durchhalten | Top-down |
| Embodiment | Körperwahrnehmung, Präsenz | Bottom-up |
| Routinen & Anker | Beständigkeit, Automatisierung | beide |
1. Atem- und Nervensystemregulation
Die Atmung ist der direkteste Zugang zum Nervensystem. Eine verlängerte Ausatmung (z. B. vier Sekunden ein, sechs bis acht aus) aktiviert den beruhigenden Parasympathikus, senkt die Herzrate und signalisiert dem Gehirn Sicherheit. So wird der präfrontale Kortex wieder verfügbar. Wichtig: ruhig üben – und regelmäßig, damit die Technik im Stress abrufbar ist.
2. Achtsamkeit und Aufmerksamkeitstraining
Aufmerksamkeit ist trainierbar wie ein Muskel. Man richtet sie bewusst auf einen Anker (Atem, Geräusche), bemerkt das Abschweifen und kehrt freundlich zurück. Genau dieses Zurückholen stärkt die Aufmerksamkeitsnetzwerke. Wirksamer als lange Einheiten ist tägliche Kürze – schon wenige Minuten zählen.
3. Visualisierung und mentales Probehandeln
Beim lebendigen Vorstellen einer Handlung werden teils dieselben Hirnareale aktiv wie bei der Ausführung. Das baut Handlungssicherheit auf und reduziert Neuheitsstress. Entscheidend: nicht nur das perfekte Ergebnis visualisieren, sondern auch den souveränen Umgang mit Schwierigkeiten – „Wenn ich nervös werde, atme ich aus und mache weiter”.
4. Selbstgespräch und kognitives Reframing
Gedanken sind keine Tatsachen, sondern Bewertungen – und steuern Gefühle und Verhalten. Reframing deutet belastende, automatische Gedanken in realistischere um: bemerken, prüfen, neu formulieren. Die kleine Verschiebung von „Ich kann das nicht” zu „Ich kann das noch nicht” ist angewandtes Neuro-Mentaltraining. Ziel ist nicht Zwangsoptimismus, sondern realistischer Konstruktivismus.
5. Zielklärung und Selbstwirksamkeit
Selbstwirksamkeit wächst durch eigene Erfolgserlebnisse. Deshalb zerlegt man große Ziele in kleine, machbare Schritte, macht Fortschritte sichtbar und legt den Fokus auf den Prozess statt nur das Ergebnis. So entsteht die belastbare Überzeugung: „Mein Handeln wirkt.”
6. Embodiment-Übungen
Körper und Psyche bilden eine Einheit. Über Haltung, Bewegung und Erdung lässt sich das Nervensystem direkt regulieren – oft schneller als über Gedanken. Erdung (Füße spüren), bewusste Haltung oder die „5-4-3-2-1″-Übung verankern im Hier und Jetzt. Gerade bei Kindern und in akutem Stress ist der Körperweg oft der wirksamste erste Zugang.
7. Routinen, Anker und Gewohnheiten
Was automatisiert ist, braucht keine Willenskraft mehr. Eine kleine Übung an eine bestehende Gewohnheit koppeln (z. B. drei Atemzüge vor jeder Lerneinheit) macht mentale Techniken auch unter Druck verfügbar. Kontinuität schlägt Intensität.
Auf den Punkt: Welche Methode wann?
Bei akutem Stress zuerst Bottom-up (Atmung, Bewegung, Erdung), dann Top-down (Reframing, Zielarbeit). Grübler:innen profitieren von Embodiment, Perfektionist:innen von Selbstmitgefühl, Reizoffene von Nervensystemregulation, Leistungsorientierte von Etappenzielen. Wirksam wird alles durch regelmäßige, kleine Wiederholung.
Ein 8-Wochen-Plan für den Einstieg
So lässt sich Neuro-Mentaltraining schrittweise aufbauen – jede Woche ein Schwerpunkt, täglich 5 bis 10 Minuten:
- Woche 1: Wahrnehmen – Wann bin ich angespannt, wann ruhig?
- Woche 2: Atemregulation – verlängerte Ausatmung
- Woche 3: Achtsamkeit und Aufmerksamkeit
- Woche 4: Embodiment und Erdung
- Woche 5: Selbstgespräch und Reframing
- Woche 6: Zielklärung in kleinen Schritten
- Woche 7: Visualisierung inklusive Plan B
- Woche 8: Integration zu festen Tagesankern
Merksatz: Schon zehn Minuten täglich über acht Wochen können spürbar dazu beitragen, den Umgang mit Druck zu verändern – weil regelmäßige Wiederholung neue neuronale Muster unterstützt.
Ausbildung: Passt das zu dir – oder deiner Arbeit? Wenn dich diese Methoden fesseln und du sie fundiert anwenden (und vermitteln) möchtest, lohnt ein genauer Blick auf die Ausbildung zum Dipl. Neuro-Mentaltrainer & Empathietrainer: 26 Module, 12 Monate, berufsbegleitend, wissenschaftlich fundiert.
Teil 5: Neuro-Mentaltraining in der Praxis
Bei Kindern: erst Sicherheit, dann Leistung
Bei Kindern reift die Selbstregulation entwicklungsbedingt noch – der präfrontale Kortex ist bis ins junge Erwachsenenalter im Aufbau. Deshalb steht bei ihnen die Ko-Regulation im Zentrum: Ein ruhiges, sicheres Gegenüber reguliert mit. Konkret heißt das kurze, spielerische Atem- und Achtsamkeitsübungen, Bewegung, viel Beziehung – und die „Noch-nicht”-Sprache. Bei Prüfungsangst beginnt man nicht mit Lernstrategien, sondern mit dem Nervensystem.
Bei Erwachsenen: Stärke kennt kein Alter
Bei Erwachsenen greifen kognitive Techniken direkter, doch auch hier gilt: bei hoher Belastung zuerst regulieren. Im Beruf geht es um Stressmanagement, Fokus in der Reizflut und Selbstwirksamkeit in Veränderungen. Der Glaube „dafür bin ich zu alt” widerspricht der Neuroplastizität – entscheidend ist nicht das Alter, sondern die Regelmäßigkeit.
Drei kurze Praxisbeispiele
- Das Kind (Prüfungsangst): Atemritual vor Tests, Erdung, „Noch-nicht”-Sprache. Erst als der Stress sinkt, kommen Abrufübungen dazu. Die Angst weicht – nicht durch mehr Stoff, sondern durch Sicherheit.
- Die Jugendliche (Selbstzweifel): Reframing, sichtbare kleine Erfolge, kurze Visualisierung vor Schularbeiten. Der innere Dialog verschiebt sich über Wochen.
- Der Erwachsene (Stress, Fokusverlust): Atemroutine, tägliche Achtsamkeit, ein Anker für den Arbeitsbeginn. Mehr Ruhe, klarerer Fokus.
Drei Übungen, die du sofort weitergeben kannst
- Die Regulations-Minute: Vor jeder fordernden Situation eine Minute bewusst ausatmen. Regulation vor Leistung.
- Die Noch-nicht-Sprache: „Ich kann das nicht” durch „Ich kann das noch nicht” ersetzen. Hält den Lernprozess offen.
- Der Tagesanker: Eine Mini-Übung an eine bestehende Gewohnheit koppeln. So wird Training zur Routine.
Merksatz: Neuro-Mentaltraining wirkt am stärksten in Beziehung. Selbstregulation lernt man zuerst an einem ruhigen Gegenüber – deshalb sind Eltern, Lehrkräfte und Coaches die wirksamsten „Trainingspartner”.
Teil 6: Der BrainHeart-Ansatz – und dein nächster Schritt
Viele Angebote setzen einseitig an: entweder rein kognitiv oder rein körperlich. Der BrainHeart-Ansatz verbindet drei Säulen zu einem Ganzen: Hirn (Neuropsychologie und Methoden), Herz (Beziehung, Emotion, Nervensystemregulation) und professionelle Präsenz (die geschulte Wahrnehmung, Beziehungskompetenz und Selbstregulation der begleitenden Person). Mentale Stärke entsteht im Zusammenspiel dieser drei – nicht aus Technik allein.
Genau das ist das Herzstück der Ausbildung zum Dipl. Neuro-Mentaltrainer & Empathietrainer. Sie verbindet Neuropsychologie, Biologie (Stress, Hormone, Epigenetik), Mentaltraining und Empathie zu einem wissenschaftlich fundierten System. Du lernst nicht nur Techniken, sondern wann und für wen sie passen – und wie du Körper-, Denk- und Beziehungsebene souverän verbindest.
Die Eckdaten: 12 Monate berufsbegleitend, 26 Module in 6 Abschnitten, über 500 Seiten Skriptum, eLearning-Plattform mit zweijährigem Zugang, live online und in Präsenz in Graz. Für Therapeut:innen, Pädagog:innen, Coaches und Quereinsteiger:innen – Vorkenntnisse sind nicht nötig. Die Aufnahme erfolgt über ein persönliches Eignungsgespräch, das sicherstellt, dass die Ausbildung wirklich zu dir passt.
Bereit für den nächsten Schritt? Wer tiefer einsteigen und Menschen fundiert begleiten möchte, findet in der BrainHeart-Ausbildung den klaren nächsten Schritt. Der erste ist unverbindlich: ein persönliches Erstgespräch.
Neuropsychologisch fundiert · 26 Module · 12 Monate · berufsbegleitend, online möglich
Über die Autorin: Ernestina Mazza
Ernestina Mazza ist Ausbildungsleiterin der BrainHeart Akademie und hat das Curriculum des Neuro-Mentaltrainings entwickelt. Sie ist Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision (Verhaltenstherapie), diplomierte Pädagogin, WBA-zertifizierte Erwachsenenbildnerin sowie Lebens- und Sozialberaterin und Supervisorin. Seit über 20 Jahren arbeitet sie mit Kindern, Jugendlichen, Familien, in Beratung, Coaching und Ausbildung; sie hat zahlreiche Fachbücher verfasst.
Ihr Ansatz verbindet Neuropsychologie, Biologie und Empathie – wissenschaftlich orientiert und bewusst nicht esoterisch. BrainHeart versteht sich als psychologisch-wissenschaftlich ausgerichtete Akademie, die Wissen mit menschlicher Wärme verbindet: Kopf und Herz.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Was ist Neuro-Mentaltraining?
Neuro-Mentaltraining ist gezieltes Training mentaler Fähigkeiten – Fokus, Emotionsregulation, Selbstwirksamkeit, Resilienz –, das auf dem Verständnis von Gehirn und Nervensystem aufbaut. Es verbindet kognitive Techniken (Top-down) mit Körper- und Beziehungsarbeit (Bottom-up) und grenzt sich so von reinem „positivem Denken” ab.
Was ist der Unterschied zu klassischem Mentaltraining?
Klassisches Mentaltraining setzt oft einseitig beim Denken an. Neuro-Mentaltraining bezieht Gehirn, Nervensystem und Beziehung systematisch ein und folgt der Regel „erst regulieren, dann denken”. Es macht die neurobiologischen Wirkmechanismen explizit, statt auf reine Willenskraft oder Affirmationen zu setzen.
Funktioniert Neuro-Mentaltraining wirklich? Was sagt die Forschung?
Für mehrere Bausteine ist die Evidenz solide: Aufmerksamkeitstraining, Emotionsregulation, Selbstwirksamkeit und mentales Probehandeln zeigen messbare Effekte. Wichtig ist Seriosität: Es wirkt graduell und über Wiederholung, nicht als Wundermittel. Übertriebene Versprechen sind ein Warnsignal.
Ist Neuro-Mentaltraining für Kinder geeignet?
Ja, altersgerecht: mit kurzen, spielerischen Übungen, körperbasierten Zugängen und vor allem Ko-Regulation durch ruhige Bezugspersonen. Es hilft bei Prüfungsangst, Fokus und Selbstwert – immer eingebettet in Sicherheit und Beziehung.
Ersetzt Neuro-Mentaltraining eine Psychotherapie?
Nein. Es stärkt gesunde mentale Fähigkeiten und unterstützt den Umgang mit Alltagsbelastungen. Bei psychischen Erkrankungen, anhaltendem Leidensdruck, Trauma oder Krisen ist psychotherapeutische oder ärztliche Behandlung nötig. Neuro-Mentaltraining kann begleiten, aber nicht ersetzen.
Wie lange dauert es, bis es wirkt?
Einzelne Übungen wirken sofort (eine Atemübung beruhigt). Stabile Veränderungen entstehen über Wochen bis Monate regelmäßigen Übens, weil nur Wiederholung neuronale Muster verfestigt. Kontinuität in kleinen Schritten schlägt sporadische Intensität.
Hilft Neuro-Mentaltraining gegen Prüfungsangst?
Ja, häufig. Prüfungsangst ist meist ein Stresszustand, der den präfrontalen Kortex blockiert. Man setzt zuerst körperlich an (Atem-, Erdungsübungen), dann kognitiv (Reframing, Visualisierung) und baut über Erfolgserlebnisse Selbstwirksamkeit auf. Bei sehr starker Angst kann zusätzlich fachliche Hilfe sinnvoll sein.
Wie werde ich Neuro-Mentaltrainer:in?
Über eine fundierte Ausbildung, die Neuropsychologie, Mentaltraining, Nervensystemarbeit und Empathie verbindet und ethische Grenzen klar vermittelt. Die BrainHeart-Ausbildung zum Dipl. Neuro-Mentaltrainer & Empathietrainer (26 Module, 12 Monate, berufsbegleitend) deckt genau diese Felder ab.
Brauche ich Vorkenntnisse?
Nein. Die Ausbildung baut das nötige Wissen systematisch auf und richtet sich auch an Quereinsteiger:innen mit Herzensthema. Ein persönliches Eignungsgespräch klärt vorab, ob die Ausbildung zu deinen Zielen passt.
Weiterführende Themen & passende Angebote
- Ausbildung Dipl. Neuro-Mentaltrainer & Empathietrainer – die fundierte 12-Monats-Ausbildung
- Lerncoach & Resilienzcoach für Eltern & Pädagogen – Lernbegleitung und Resilienz bei Kindern
- Online-Kurs: Hochsensibilität stärken – für reizoffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene
- BrainHeart Magazin – weitere Fachartikel zu Lernen, Resilienz und mentaler Stärke
- Über Ernestina Mazza – Hintergrund und Expertise
- Beratung & Begleitung – persönliche Unterstützung
Quellen & wissenschaftliche Einordnung
- Bandura, A. (1997). Self-Efficacy: The Exercise of Control. New York: W. H. Freeman.
- Dweck, C. S. (2006). Mindset: The New Psychology of Success. New York: Random House.
- Roediger, H. L., & Karpicke, J. D. (2006). Test-Enhanced Learning. Psychological Science, 17(3), 249–255.
- Kabat-Zinn, J. (1990). Full Catastrophe Living. New York: Delacorte.
- Davidson, R. J., & McEwen, B. S. (2012). Social influences on neuroplasticity. Nature Neuroscience, 15(5), 689–695.
- Siegel, D. J. (2012). The Developing Mind (2. Aufl.). New York: Guilford Press.
- Porges, S. W. (2011). The Polyvagal Theory. New York: Norton.
- Hüther, G. (2009). Biologie der Angst. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Ethischer Hinweis. Neuro-Mentaltraining ist ein evidenzinformiertes Trainings- und Entwicklungsverfahren zur Stärkung gesunder mentaler Fähigkeiten. Es ersetzt keine Psychotherapie, psychiatrische oder ärztliche Behandlung. Bei psychischen Erkrankungen, anhaltendem Leidensdruck, Trauma oder Krisen ist fachliche Hilfe notwendig.



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